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30. November 2016

Digitalisierung im Maschinenbau: Es werden Informatiker benötigt

Rund eine Million Menschen arbeiten in der exportorientierten Branche Maschinenbau. Sie ist das Standbein der deutschen Wirtschaft, jedoch steht sie vor einer großen Herausforderung: die Digitalisierung. Experten werden benötigt, um den Umstieg auf Apps und Cloud-Lösungen erfolgreich durchzuführen.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau hat im Oktober 2016 seinen VDMA IT-Report 2016 veröffentlicht. Die Studienverfasser kamen zu dem Ergebnis, dass IT-Investitionen bis zum Jahr 2018 überwiegend in den Bereichen Maschinendatenerfassung, E-Learning, Redaktionssysteme sowie Webshops getätigt werden. Bereits jetzt setzt mehr als jeder zweite Maschinenbauer Apps für Unternehmensprozesse ein; das Thema Big Data ist für viele Maschinenbauer von Bedeutung, kommt aber nur vereinzelt zum Einsatz.

Was die Studienergebnisse für Studenten bedeuten: In Zukunft kann es sich lohnen, die Fachrichtung Maschinenbau-Informatik einzuschlagen – denn viele Unternehmen der Branche werden vermehrt Informatiker suchen. Wer bereits in der Branche tätig ist und sich das Studium in Vollzeit nicht leisten kann, der kann seinen Bachelor of Engineering in der Fachrichtung Maschinenbauinformatik bei der Wilhelm Büchner Hochschule machen. Das Fernstudium ist eine lohnenswerte Alternative für Arbeitnehmer, die frühzeitig in die Berufswelt eingestiegen sind und nun zurück zur Schulbank möchten.

Ein Einblick in das anwendungsorientierte Studium

Der Bachelorstudiengang Maschinenbauinformatik macht Studenten zu Experten, die wie kein anderer Mensch die Disziplinen Informatik und Maschinenbau beherrschen. Im Rahmen des Studiums verbringen zukünftige Maschinenbauinformatiker viel Zeit in Laboren und haben Kontakt genießen einen praxisorientierten Lehrgang.

Voraussetzung, um das Studium zu schaffen, sind Kenntnisse in den Bereichen Mathematik, Physik, Statik sowie Elektrotechnik. Neben diesen Fächern lernen angehende Maschinenbauinformatiker unter anderem die Grundlagen der Konstruktion und Programmierung, aber auch BWL sowie IT-Projektmanagement.

Übrigens: Wer bereits eine maschinenbaubezogene Ausbildung hinter sich an, kann das Praktikum im Studium überspringen.

Das Bachelorstudium dauert sechs bis sieben Semester; Absolventen erhalten den Titel Bachelor of Engineering (B.Eng.) und können, wenn sie wollen, ein Masterstudium dranhängen. Wer an einer Fachhochschule studiert, kann sein Lerntempo individuell festlegen; ein weiterer Vorteil ist die Tatsache, dass es keine semesterferienbedingten Zwangspausen gibt.

Informatiker, die Maschinen verstehen

Bis vor wenigen Jahren kümmerten sich Ingenieure um die IT im Bereich Maschinenbau. Durch die wachsende Komplexität der Produkte werden aber immer mehr Informatiker benötigt, die sich sowohl mit Maschinen als auch Bits und Bytes auskennen.

Die meisten Informatiker interessieren sich für die Welt von Microsoft und Co. Doch reine Softwareschmieden haben keinen Kontakt zur Anwendungstechnik. Unternehmen der Branche Maschinenbau können mit solchen Menschen wenig anfangen; und die bisherigen Ingenieure sind mit neuen Geräten schnell überfordert. Selbst wenn sie die Maschinen auswendig kennen, ist es schwierig, den wachsenden Anforderungen auf der computergesteuerten Seite gerecht zu werden. Schnell wird klar: Die Branche benötigt Multitalente, die sich mit Maschinen und IT perfekt auskennen und beide Anwendungsbereiche verstehen.

Derzeit ist das Angebot an Hochschulen, die Maschinenbauinformatik lehren, überschaubar. Durch den Besuch einer Fernschule können berufstätige Menschen ihren Bachelor nachholen; doch auch junge Menschen, die bald studieren möchten, haben gute Aussichten. Absolventen der Fachrichtung Maschinenbauinformatik arbeiten an einem Trendthema, mit dem sich gerade viele Branchen beschäftigen: der Digitalisierung.

Maschinenbauinformatiker sind in beiden Disziplinen fit

Die Studieninhalte der Fachrichtung Maschinenbauinformatik kann von Hochschule zu Hochschule variieren. Bei den meisten Unis überwiegt jedoch der Maschinenbau mit rund 60 Prozent. Dennoch zieht die Fachrichtung sowohl Computerfreaks als auch Konstrukteure an. Sie erlangen jeweils das Wissen der anderen Disziplin, welches ihnen hilft, in der Maschinenbaubranche der Zukunft Arbeit zu finden.

Absolventen können später in Technologiefirmen aus den Bereichen Anlagen-, Fahrzeug- sowie Maschinenbau, aber auch in Produktionsfirmen Arbeit finden. Zum klassischen Aufgabenbereich gehört unter anderem die Erstellung softwaregestützter Werkzeuge (zum Beispiel CNC-Programme).

Das Wissen eines Maschinenbauinformatikers ist in zahlreichen Branchen gefragt: Von der Gestaltung intelligenter Fahrwerke in einem Pkw über die Vernetzung von Energiegewinnungsanlagen.

Hard- und Software gehen Hand in Hand

Die theoretische Erfahrung müssen Maschinenbauinformatiker auch in die Praxis umsetzen können – und dazu nutzen sie moderne Methoden. Der moderne Konstrukteur von heute weiß nicht, wie ein Reißbrett aussieht – er kennt sich aber bestens mit CAD aus. Produktdaten und Zeichnungen archiviert er digital; das erleichtert das spätere Auffinden, spart Zeit sowie Geld und schont die Umwelt. Auch die Erstellung physikalischer Modelle erfolgt nicht mehr wie früher: Kaum einer baut noch aufwendige, kostspielige Prototypen; die Simulation an Rechnerclustern ist günstiger und schneller.

Neben dem Spagat zwischen Hard- und Software müssen Maschinenbauinformatiker auch das Bindeglied zwischen verschiedenen Abteilungen sein. Sie sind die Einzigen, die Wissen im Bereich Maschinenbau und Informatik mitbringen; ergo können sie die spezifischen Begriffe verstehen und es ihnen Kollegen in einer verständlichen Sprache erklären.

Maschinenbauinformatiker arbeiten natürlich nicht nur im Büro, sondern sind auch im Bereich Problemanalyse an Maschinen beteiligt oder müssen sie beim Kunden installieren beziehungsweise in Betrieb nehmen.

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Geschrieben von: Heidi (extern)

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