Fachkräfte werben direkt an der Hochschule

In Deutschland herrscht trotz steigender Studierendenzahlen ein deutlicher Fachkräftemangel, der aktuell entweder durch Zuwanderung ausgeglichen wird oder Leerstellen bestehen bleiben. Das gilt für Ausbildungsberufe ebenso wie für akademische Berufe. Daher müssen sich Unternehmen etwas einfallen lassen, um mit den potenziellen Mitarbeitern frühzeitig in Kontakt zu kommen.

Die aktuelle Situation

Seit Jahren sorgt der demografische Wandel dafür, dass die Unternehmen, Handwerksbetriebe und andere Firmen z. T. händeringend nach Auszubildenden bzw. ausgebildeten Fachkräften für ihre Teams suchen. Deutschland kann diesen Mangel in manchen Bereichen gar nicht ausgleichen, was zu wirtschaftlichen Einbußen führt.

Ein Weg, um dem entgegenzuwirken, ist eine verbesserte Schulbildung für die Kinder und Jugendlichen aus sozial schwächeren Verhältnissen. Hierbei mahnen Unternehmen, dass die Politik wesentlich mehr tun müsste, um junge Menschen zu fördern und ihren Wissensstand auf ein Level zu bringen, mit dem sie bestimmte Berufe erlernen können.

Eine andere Variante ist das Werben um Fachkräfte aus dem Ausland. Polen, Italien, aber vor allem Spanien sind aktuell sehr interessante Märkte. Deutschland profitiert von der schlechten Wirtschaftslage Spaniens, die sich allmählich wieder stabilisiert, und einer erschreckend hohen Jugendarbeitslosigkeit von weit über 40 Prozent.

Uniabsolventen direkt an der Hochschule ansprechen

Die Unternehmen haben erkannt, dass Studierende sich bereits während ihres noch laufenden Studiums umsehen und nach potenziellen Arbeitgebern Ausschau halten. Hochschulmarketing liegt nicht nur im Trend, sondern ist kaum noch aus dem Wirtschaftsleben wegzudenken. Das Interesse der jungen Akademiker und Fachkräfte reicht von Praktikum bis Festanstellung. Je nach Branche entsteht manchmal sogar ein regelrechter Wettstreit um gute Absolventen zwischen den Unternehmen.

Da es zu wenige Absolventen in manchen Bereichen gibt, locken hohe Einstiegsgehälter, gute Aufstiegschancen und reichlich Urlaubstage. Infostände direkt in der Uni, wie beispielsweise alljährlich beim WIK Leipzig, bei dem Wirtschafts- und Industriekontakte direkt im Foyer der Uni vermittelt werden können, sind äußerst beliebt. 2015 fand die messeartige Veranstaltung am 29. April statt. Die Veranstaltung an der HTWK Leipzig ist für November 2015 vorgesehen.

Am 12. und 13. September wird im Congress Center Leipzig (CCL) die dritte HORIZON Mitteldeutschland stattfinden. Dort können Abiturienten oder Uniabsolventen sich Anregungen für ihren Berufsweg oder weitere Ausbildungsmöglichkeiten holen, der Eintritt ist frei. Die TU Chemnitz bietet Unternehmen sogar im Rahmen des Hochschulmarketings die Erstellung eines eigenen Profils auf der Internetpräsenz an, um sich als geeigneter Arbeitgeber in Szene setzen zu können und attraktiv für die 11.000 Studierenden zu werden.

Weitere Jobmessen (Auswahl):

  • 10/11. Oktober 2015 – Jobmesse Berlin
  • 29. Oktober 2015 – Fakultätskarrieretag Leipzig für angehende Juristen
  • 20./21. November 2015 – EXPOLINGUA Berlin
  • 17. November 2015 – Absolventenmesse Mitteldeutschland in Leipzig
  • 25. November 2015 – WIK-Leipzig an der HTWK Leipzig

Auch an der Uni Dresden können sich Studierende über berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten informieren. Außerdem ist es auch möglich, dass vor allem in technischen Studiengängen eine projektbezogene Zusammenarbeit zwischen Student und Firma hergestellt werden kann. Dies kann bereits schon der erste Schritt ins Unternehmen sein.

Betriebe mit Weitblick sollten sich also intensiv um ihren Nachwuchs kümmern, und zwar durch Förderung, attraktive Angebote und Präsenz an Studienstandorten und umfangreiche Informationsmöglichkeiten. Wenn alle im Bilde sind und die Angebote vergleichen können, profitieren die Unternehmen von den schlauen Köpfen von morgen und die Absolventen können schnellstens Berufserfahrungen sammeln und ihr Leben mit einem gutem Job planen.

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