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Hinweis

7. Februar 2014

Ausbildungsratgeber zum/r Näher/-in

Die romantische Vorstellung des Schneiders, der im 19. Jahrhundert noch größtenteils mit Nadel und Faden von Hand nähte, gehört schon lange der Vergangenheit an. Dessen Aufgaben übernehmen stattdessen Näherinnen mithilfe von Maschinen in großen Textilverabreitungsunternehmen. Eine zweijährige Ausbildung vermittelt alle erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten für diesen handwerklichen Lehrberuf.

Lesen Sie hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, mehr dazu erfahren Sie auf den Seiten von W6-­WERTARBEIT.

Schneiderwerkzeug

Berufsinhalt

Der Beruf einer Näherin ist ein handwerklicher Lehrberuf in der Textilverarbeitung, der sich am Beruf des Maßschneiders orientiert, meist aber einfachere Tätigkeiten impliziert. Hiernach ist dieser Ausbildungsberuf, der nach der Handwerksordnung (HwO) geregelt ist, auch für Menschen mit Behinderung geeignet.

Näherinnen arbeiten oftmals in großen textilverarbeitenden Betrieben, die Kleidung herstellen und in handwerklichen Änderungs-­ und Maßschneidereien sowie großen Bekleidungshäusern mit einem Änderungsdienst. Die Arbeit beinhaltet als Fabrikarbeit vielfach repetitive Abläufe, da die einzelnen Arbeitsschritte in der Industrie an Stationen erfolgen, die nacheinander an einem Fließband angeordnet sind. Um möglichst hohe Stückzahlen zu produzieren, kommt es hier vielfach auf Schnelligkeit an, die Honorierung erfolgt meist über einen Akkordlohn.

Dauer der Ausbildung

Die 2-jährige Ausbildung wird im handwerklichen Textilgewerbe oder in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation durchgeführt.

Ablauf der Ausbildung

Die Ausbildung zur Näherin ist eine duale Berufsausbildung nach der Kammerregelung gemäß §66 Berufsbildungsgesetz (BBIG)/§42m Handwerksordnung, Diese schreibt eine parallele Ausbildung im Betrieb und der Berufsschule oder Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation vor.

Innerhalb der Ausbildung durchlaufen die Lehrlinge verschiedene Stationen des Werkstückes und erlernen den Umgang mit verschiedenen Spezialmaschinen. Dies beinhaltet in großen textilverarbeitenden Unternehmen vor allem das Durchlaufen der einzelnen Stationen am Fließband, wodurch die Arbeitsabläufe schrittweise erlernt werden.

Neben der maschinellen Verarbeitung von Stoffen beinhaltet die Ausbildung auch wichtige Details zur manuellen Fertigung von Textilien und zur Warenkunde verschiedener Stoffe.

Ausbildungsort

Die Ausbildung erfolgt dual im Betrieb und Berufsschule oder  alternativ Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation.

Als Betriebe kommen hierbei vor allem Bekleidungshersteller, handwerkliche Änderungs-­ und Maßschneidereien sowie große Bekleidungshäuser mit einem Änderungsdienst infrage.

Verdienstmöglichkeiten

Während der Ausbildung verdienen Näher/innen abhängig vom Ausbildungsjahr zwischen 600 und 800 Euro. Aufgrund des Gehalts empfiehlt es sich, auf die Wahl der Steuerklasse zu achten und diese gegebenenfalls, sofern es möglich ist, zu wechseln.

Arbeitsgebiete nach der Ausbildung

Näher/innen arbeiten vor allem an Nähmaschinen, seltener auch mit der Hand. Sie helfen bei der Herstellung von Kleidungsstücken mit, erstellen Nähvorlagen und arbeiten Einlagen ein. Sie nähen nach Schnittmustern zum Beispiel Taschen, Kragen oder Ärmel an, verzieren Kleidungsstücke oder befestigen Knöpfe. Näher/innen verändern und reparieren zum Beispiel Hosen, Röcke oder Kleider: Sie kürzen unter anderem die Länge, trennen kaputte Reißverschlüsse heraus und nähen neue ein. Nach dem Ändern bügeln sie die Kleidungsstücke und bereiten sie für die Anprobe vor.

Berufliche Perspektiven

Die textilverarbeitende Industrie hat nach wie vor Konjunktur, weshalb Näher/innen häufig gesucht und in jedem textilverarbeitenden Betrieb benötigt werden. Zwar hat sich ein Großteil der Textilbranche zwischenzeitlich ins Ausland verlagert, da die Stundenlöhne dort geringer sind, doch bleibt aufgrund der aktuellen Kritik an der Billigproduktion abzuwarten, wie sich die Branche weiterhin entwickelt. Immer mehr Menschen legen Wert darauf, Textilien aus hochwertiger Fertigung im eigenen Land zu erwerben.

Doch nicht nur in großen Unternehmen haben Näherinnen eine berufliche Perspektive. Auch maßgeschneiderte Kleidung gewinnt immer mehr an Bedeutung und kann von einer Näherin mit der benötigten fachlichen Spezifizierung einfach hergestellt werden.

Nach abgeschlossener Ausbildung kann sich eine Näherin selbstständig machen oder ihre Dienstleistung in freiberuflicher Tätigkeit anbieten. Als „handwerksähnlicher Beruf“ muss man als Änderungsschneider der Handwerkskammer beitreten, unterliegt deren Gebührenordnung, darf Kleidung dabei aber nicht selbst herstellen, nur verändern. Wer Platz für eine Nähmaschine und ein Bügelbrett hat, kann neben der Eigenwerbung über Bekleidungshäuser an Kunden kommen.

Nicht zuletzt eignet sich der Beruf der Näherin als Grundlage für ein Studium in der Mode- und Textilbranche oder eine freiberufliche oder selbstständige Tätigkeit in der Textilverarbeitung.

Schneider-Werkstatt

Persönliche Voraussetzungen

Um als Näher/in Freude an der Arbeit zu haben und die Aufgabenstellungen zur Zufriedenheit der Kunden zu erfüllen, ist es notwendig, gerne mit Stoffen zu arbeiten und leidenschaftlich zu nähen. Die Berufsgruppe ist damit eine Frauendomäne – nur wenige Männer finden die Erfüllung in der Näherei und wählen diesen kreativen Beruf.

Des Weiteren ist Sorgfalt wichtig, da Näher/innen genau und fehlerfrei nach Schnittmuster arbeiten, die Bekleidungsstücke exakt ausmessen und danach arbeiten müssen. Dementsprechend gut sollten die Rechenkenntnisse sein, da der Materialbedarf ermittelt werden muss. Es sollte angehenden Näher/innen leicht fallen, mit Zahlen umzugehen und Berechnungen durchzuführen.

Näher/innen müssen darüber hinaus ein gutes Auge für Maße, Formen und Farben besitzen, sollten Interesse und Spaß an gestalterischen Aufgaben und am Umgang mit Menschen haben und Hand- und Fingergeschick besitzen, um Nähmaschinen richtig bedienen zu können.

Die Ausbildung zum/r Näher/in kann man auch ohne Schulabschluss beginnen. Die Agentur für Arbeit stellt fest, wer sich dafür eignet.

Alternative Ausbildungen

Neben dem Beruf als Näherin gibt es zahlreiche Alternativen, die sich ebenfalls mit dem Nähen von Kleidungsstücken oder der Herstellung von Polsterware, Segeltuch oder andersartigen Textilien befassen. Einen Überblick mit entsprechenden Berufsbeschreibungen bietet die Arbeitsagentur.

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Geschrieben von: Heidi (extern)

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