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25. November 2013

Studium und Selbstständigkeit

Neben dem Studium Geld verdienen, das muss fast jede(r). Am weitesten verbreitet ist dabei sicherlich der Minijob, aber es gibt auch viele Studenten, die „nebenbei“ ihr eigenes Unternehmen betreiben. Dabei gibt es gefühlt 1.000 Sachen zu beachten. Wir erklären Euch heute einen Punkt, in dem Ihr Euch das Leben leichter machen könnt!

Stichwort Umsatzsteuer: Umsatzsteuer-Voranmeldung, Umsatzsteuer-Erklärung, Vorsteuer, Vorsteuer-Berichtigung – das sind eigentlich keine Themen, mit denen man sich auseinandersetzen möchte. Muss man auch nicht immer. Denn es gibt die sogenannte Kleinunternehmerregelung. Die hat nichts mit der Unternehmensgröße an sich zu tun, sondern ihre Anwendbarkeit hängt davon ab, wie viel Umsatz und Gewinn im Vorjahr gemacht wurde.

Welche Vorteile haben Kleinunternehmer?

Als Kleinunternehmer habt Ihr mit der Umsatzsteuer (fast) nichts zu tun

  • Ihr dürft in Euren Rechnungen keine Umsatzsteuer ausweisen.
  • Ihr müsst nur eine Umsatzsteuer-Jahreserklärung, aber keine Voranmeldung abgeben. In der Jahreserklärung ist Euer Jahresumsatz anzugeben.

Andererseits dürft Ihr aber auch keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Das kann ein Nachteil sein – ob er groß ist und ob es sich lohnt, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten, das erklären wir weiter unten.

Und wann ist man Kleinunternehmer?

Die Kleinunternehmerregelung dürft Ihr in Anspruch nehmen, wenn

  • Euer Umsatz im Vorjahr nicht höher war als 17.500 Euro und
  • Euer Umsatz im laufenden Jahr voraussichtlich nicht höher als 50.000 Euro ist. Um das zu schätzen, macht Ihr zu Beginn des Jahres eine Prognose Eurer Umsätze.

Im Jahr der Existenzgründung gibt es natürlich keinen Vorjahresumsatz. Die 17.500-Euro-Grenze bezieht sich daher ausnahmsweise auf das Jahr der Betriebseröffnung. Da die Einnahmen im ersten Jahr noch nicht endgültig feststehen, tritt an die Stelle des tatsächlichen Umsatzes eine Schätzung. Wurde der Betrieb nicht bereits im Januar eröffnet, ist der geschätzte Umsatz auf ein Jahr hochzurechnen: Geschätzter Jahresumsatz geteilt durch die Zahl der Tätigkeitsmonate multipliziert mit 12.

Sobald Ihr in einem Jahr die Umsatzgrenze von 17.500 Euro überschritten habt, geltet Ihr ab dem folgenden Jahr nicht mehr als Kleinunternehmer. Diese Grenze solltet Ihr bei jedem Jahreswechsel selbst überprüfen. Das Finanzamt teilt Euch nämlich nicht mit, dass Ihr nun die normalen Umsatzsteuerregeln anwenden müsst. (Falls Euer Umsatz in einem späteren Jahr wieder unter der Umsatzgrenze von 17.500 Euro bleibt, zählt Ihr ab dem darauffolgenden Jahr erneut zu den Kleinunternehmern.)

Wann lohnt sich der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelung?

Dass Kleinunternehmer keine Vorsteuer geltend machen dürfen, haben wir oben bereits erwähnt. Das kann sich als teurer Nachteil entpuppen. Zum Glück ist niemand verpflichtet, die Kleinunternehmerregelung zu nutzen. Manchmal ist es finanziell günstiger, den normalen Umsatzsteuer-Regelungen zu folgen. An eine solche Entscheidung (Fachleute sprechen von der „Option zur Regelbesteuerung“)seid Ihr fünf Jahre gebunden, daher will sie gut überlegt sein.

Argumente für die Regelbesteuerung:

  • Wenn Eure Kunden Unternehmer mit Vorsteuerabzug sind, dann könnt Ihr die Umsatzsteuer auf Eure Rechnung aufschlagen, ohne dass es für den Kunden teurer wird. Euch selbst bleibt als Steuervorteil der Vorsteuerabzug.
  • Wenn Ihr hohe Betriebsausgaben habt oder größere betriebliche Investitionen vornehmt, dann kann der Vorsteuerabzug aus diesen Anschaffungen eine fünfjährige Umsatzsteuerpflicht rechtfertigen, auch wenn Eure Kunden nicht nur Unternehmer mit dem Recht zum Vorsteuerabzug sind.

Argumente gegen die Regelbesteuerung:

  • Eure Kunden sind überwiegend Privatpersonen oder Unternehmer, die keine Vorsteuer geltend machen dürfen. Dann müsst Ihr die Umsatzsteuer nämlich auf Eure Preise aufschlagen oder aus eigener Tasche zahlen.
  • Die Regelbesteuerung macht Eure Buchführung und Gewinnermittlung wesentlich aufwendiger.

Bisherige Kleinunternehmer, die zur Regelbesteuerung wechseln („optieren“) möchten, teilen ihrem Finanzamt den Wechsel zur Regelbesteuerung am besten vorab schriftlich mit. Ein Wechsel ist jeweils nur mit Wirkung zu Beginn eines Kalenderjahres möglich.

Steuerliche Folgen bei Option zur Umsatzsteuer

  • Eure Umsätze unterliegen der Umsatzsteuer.
  • Ihr seid berechtigt, Vorsteuer abzuziehen.
  • Ihr müsst Umsatzsteuer-Voranmeldungen und eine Umsatzsteuer-Erklärung abgeben.
  • Ihr könnt die Option frühestens nach fünf Jahren widerrufen. So lange könnt Ihr nicht zur Kleinunternehmer-Regelung zurückkehren.

Mehr Informationen zum Steuern sparen in allen Lebenslagen, zu Selbstständigkeit und Umsatzsteuer findet Ihr auf steuertipps.de!

Geschrieben von: Heidi (extern)

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