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18. November 2013

Sachsen – Hotspot für Studenten und Berufseinsteiger

Ob Dresdner Semperoper oder Leipziger Buchmesse, ob Sächsische Schweiz, Erzgebirge oder das Elbland rund um die Porzellanstadt Meißen – Sachsen ist vielfältig und attraktiv. Von Kultur und schöner Landschaft allein lässt es sich allerdings nicht leben. Und so heißt Sachsen heute auch Volkswagen, Infineon und Mitteldeutscher Rundfunk, Frauenhofer- und Max-Planck-Gesellschaft. Abertausende weniger bekannte Namen kommen hinzu, denn 98 Prozent aller Unternehmen des Bundeslandes arbeiten mit nicht mal elf Angestellten und ohne weltbekannte Marken.

Dresdner Neumarkt mit Frauenkirche

©Flickr – Boris Ott / CC BY 2.0

Ob groß, ob klein, all diese Unternehmen und Forschungseinrichtungen sorgen im Freistaat für Arbeit und damit zugleich für den Wunsch vieler Absolventen, nach Abschluss der Ausbildung in sächsischen Gefilden zu verweilen. In einer aktuellen Studie des Personaldienstleisters STUDITEMPS und der Universität Maastricht erklärten 76 Prozent der befragten Studenten, Sachsen wäre nach dem Studium ihre erste Wahl. Gerade weil die Zahl der „Zuzügler“ aus den alten Bundesländern seit 2005 massiv – um mehr als 150 Prozent – gestiegen ist, ist dies eine durchaus beachtliche Zahl.

Attraktives Sachsen

Was ist es nun, dass gerade junge Akademiker nach Sachsen zieht und auch hier hält? Neben vielen subjektiven Gründen, denn so manchen Menschen vor Ort möchte man nach der Studienzeit nicht missen, gibt es auch einige objektive Kriterien. Dazu zählt zunächst einmal die Möglichkeit, in der Studienzeit relativ günstig zu wohnen. Anders als in Hamburg, Bayern oder auch Berlin sind in Sachsen nicht nur die Mietpreise moderat, zusätzlich gibt es auch gute Chancen auf einen Zuverdienst im Nebenjob. In der Studienreihe „Fachkraft 2020“ landet Sachsen im durchschnittlichen Verhältnis von Warmmiete und erzielbarem Stundenlohn auf dem zweiten Rang aller Bundesländer. Anders gesagt: Noch günstiger lebt es sich für Studenten nur im benachbarten Thüringen. In Zahlen heißt das: Ein Student in Sachsen muss im Durchschnitt 261 Euro für die monatliche Warmmiete aufbringen. Bei einem durchschnittlichen Stundensatz von 8,30 Euro benötigt er dafür rund 31,5 Stunden. Zum Vergleich könnte er in Thüringen rund eine Stunde länger über seinen Büchern sitzen oder die bunte Szene der jeweiligen Stadt erkunden. In Hamburg wären dagegen über sieben zusätzliche Arbeitsstunden pro Monat notwendig und das trotz eines Stundenlohns von durchschnittlich 9,62 Euro. Diese Zahlen stammen vom März 2013, sind also durchaus aktuell. In der Studie wurden dafür bundesweit rund 18.700 Studenten befragt
Mehr Fokus auf kleinere Betriebe

Wer von 76 Prozent „Bleibewilligen“ berichtet, darf auch die verbleibenden 24 Prozent nicht vergessen. Denn dies bedeutet immerhin, dass fast jeder vierte Student dem Land nach einem erfolgreichen Studienabschluss den Rücken zukehren will, und die „Weggehwilligen“ sind dabei nicht gleichmäßig übers Land zu verteilen. Während die Ballungsräume – also Dresden, Leipzig-Halle und Chemnitz-Zwickau – mit so manchem Vorteil punkten können, mangelt es an den kleineren Hochschulstandorten zumindest an Jobangeboten der „Big Player“. So fordert zum Beispiel die Leiterin des Career Centers der Bergakademie Freiberg, Annegret Roth, kleine und mittelständische Unternehmen wieder stärker in den Fokus der Studenten zu rücken. Bei diesen Firmen fehle vielleicht das Geld für großes Marketing, es gäbe jedoch durchaus lukrative und sichere Jobs. Ein Umdenken sei gefragt, Fachkräfte würden in vielen Betrieben landesweit gesucht.

Gute Voraussetzungen

Sachsen hatte in den vergangenen Jahren massiv um Studenten geworben, bundesweit und gerade auch im benachbarten Bayern – mit guten Argumenten und Erfolg. So sind die Hörsäle gut gefüllt, die Qualität der Ausbildung ist hoch, ebenso der Lebensstandard, den sich hier eben auch ein Student im Nebenjob erarbeiten kann. Studiengebühren gibt es nicht, zumindest solange die Studienzeit nicht erheblich überzogen wird. In den Großstädten herrscht auch an Nebenjobs kein Mangel.

Wer den Prognosen des sächsischen Wirtschaftsministeriums folgt, muss sich über die Chancen auf einen qualifizierten Job im Freistaat ebenfalls keine Sorgen machen. In der Studie „Zukünftiger Fachkräftebedarf in Sachsen bis 2020“ gehen die Analysten davon aus, dass es eher an Fachkräften als an Stellenangeboten mangeln wird. Begründet wird dies unter anderem mit der demographischen Entwicklung, der zufolge ab circa 2015 mehr Fachkräfte aus dem Berufsleben ausscheiden werden als neu einsteigen. Die Sicherung des Bedarfs sieht man hier als „strukturelle Herausforderung“.

Die Jobaussichten unterscheiden sich von Branche zu Branche und von Region zu Region. Wer in Sachsen bleiben will, sollte sich daher die konkrete Lage ansehen und die aktuellen Stellenanzeigen studieren. Gerade Fach- und Führungskräfte werden häufig über Annoncen in der Presse gesucht.

Geschrieben von: Heidi (extern)

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