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Hinweis

8. August 2013

Heilpraktiker für Psychotherapie

Heilpraktiker für Psychotherapie ist ein Beruf, der auf die psychotherapeutische, nicht medikamentöse Behandlung von Patienten mit psychischen Störungen beschränkt ist. Medikamentöse Therapien mittels Psychopharmaka dürfen Heilpraktiker für Psychotherapie nicht anbieten, sodass bei der Behandlung von schwerwiegenden Störungen wie Psychosen oder schweren Depressionen eine Zusammenarbeit mit einem Psychiater oder Neurologen notwendig ist. Auch eine Behandlung körperlicher Leiden darf nicht vorgenommen werden. Heilpraktiker unterliegen der Niederlassungspflicht sowie der Schweigepflicht. Umgangssprachlich wird der Beruf auch als „kleiner Heilpraktiker“ bezeichnet.

Voraussetzungen

Die Psychotherapie darf nach einer Prüfung ausgeübt werden, die in den meisten Bundesländern aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Die Erlaubnis erteilt das zuständige Gesundheitsamt. Es handelt sich bei der Prüfung nicht um eine Eignungsprüfung, die zum Beispiel die Kompetenzen für die Ausübung des Berufes überprüft, sondern nur um eine Erlaubnisprüfung, bei der festgestellt wird, dass von der zu prüfenden Person keine Gefahr für die Volksgesundheit ausgeht.

Inhaltlich unterscheidet sich die Prüfung zum Heilpraktiker für Psychotherapie kaum von derjenigen für staatlich approbierte Psychotherapeuten. Erwartet wird die Kenntnis von Krankheitsbildern und Symptomen aus Kapitel V des ICD-10 und von für die Psychotherapie relevanten Gesetzen und Richtlinien.

Prüflinge müssen das 25. Lebensjahr vollendet haben, einen mittleren Bildungsabschluss sowie ein einwandfreies Führungszeugnis vorweisen und psychisch gesund sein. Darüber hinaus dürfen sie keine schweren körperlichen Erkrankungen haben.

Ausbildung

An Heilpraktikerschulen wird eine Ausbildung zum „kleinen Heilpraktiker“ angeboten, die als Fernlehrgang in der Regel 15 Monate dauert. Der Zeitaufwand beträgt dabei rund 6-9 Stunden pro Woche. Darüber hinaus werden auch Intensivkurse angeboten, die nur einige Monate bzw. Wochen dauern. Die Kosten betragen je nach Ausbildungsinstitut 5.000 bis 7.500 Euro, bei Fernlehrgängen nur 1.000 bis 2.000 Euro. Dazu kommen Prüfungs- und Verwaltungsgebühren, die noch einmal rund 400 oder 450 Euro betragen können. Unter Umständen ist eine staatliche Förderung möglich, zum Beispiel durch die Agentur für Arbeit.

In der Ausbildung werden die für die Prüfung notwendigen Themen gelehrt, wie Befundstellung, Diagnose, die Einteilung der psychischen Störungen anhand der medizinischen Klassifikationssysteme, therapeutische Behandlungsverfahren und der Umgang mit psychischen Notfallsituationen. Auch Rechts- und Berufskunde sowie eine gezielte Prüfungsvorbereitung gehören zu den Ausbildungsinhalten.

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Geschrieben von: Heidi (extern)

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