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12. März 2010

Braucht Sachsen mehr Studenten?

Politisches Ziel der Bundesregierung ist, die Studierendenquote zu erhöhen. Tatsächlich liegt Deutschland hier weit hinter dem OECD-Durchschnitt.

Brauchen wir mehr Studenten?

Ja sagt Jutta Allmendiger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung Die Zeit. »Denn neue Jobs in Deutschland entstehen überwiegend bei den wissensbasierten Dienstleistungen.«

Nein, sagt der Berufsforscher Felix Rauner im gleichen Artikel. Keine Wirtschaftsnation der Welt brauche mehr als 20 Prozent Hochqualifizierte. Ein Beruf werde durch reflektiertes berufliches Handeln erlernt, meint Rauner. Das Studium bereitet also nur auf den Beruf vor und das Erlernen kommt danach?

Mit den Kooperativen Studiengängen verbindet Sachsen die Ausbildung mit einem Bachelor-Studium. Können so die Vorteile beider Bildungswege – Praxis in der Ausbildung und breites Wissen im Studium – kombiniert werden?

Diskutieren Sie mit. Welcher Bildungsweg ist der richtige?

Geschrieben von: Martin (Red.)

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Hans Gebauer

Ich weiß nicht, wo das Problem liegt. Die Zahl der Studienanfänger steigt, wie man hier sehen kann: http://tinyurl.com/yeoqcdp

Birgit J.

Nein, wir brauchen nicht mehr Studenten, es braucht bessere Studienbedingungen und bessere Finanzierung des Studiums, damit mehr von den Studienanfängern auch durchhalten und das Studium abschließen.

Christof B.

Ob das Studieren nur mit mehr Geld besser wird, kann man bezweifeln. Rund 25% der Studienanfänger verlassen die Hochschule ohne Abschluss. Davon nur 12% wegen schlechter Studienbedingungen. Weitere 19% können das Studium mit ihrer Berufstätigkeit nicht vereinen. Ob da immer nur Geldnot dahinter steht, wäre nachzufragen. Der Ca. 60% der Abbrüche lassen sich auf den Nenner bringen, den Herr Rauner in der „ZEIT“ genannt hat: Praxisferne. Einen Beruf kann man nicht im Hörsaal erlernen.

...

Meinen Beruf habe ich im Hörsaal nicht gelernt und fühle mich doch gut ausgebildet. An der Uni habe ich meinen Horizont erweitert und gelernt, kritisch zu hinterfragen. Heute ist viel von dem Wissen wieder weg, aber ich profitiere noch immer von meinem Studium. Und im beruflichen Umfeld habe ich mich schnell zurechtgefunden.

Hanna Bergmann

Ein gutes Studium lässt genügend Raum für Ausflüge in die praktische Welt (sei es durch Praktika/Hospitanzen oder Auslandsaufenthalte). Ich habe das noch ausnutzen dürfen und bei mir hat es sich auch gelohnt. Ob die heutigen Bachelor-&Masterstudenten genügend Chancen auf Praxis haben, bezweifle ich allerdings.

Doreen Schmiedel

Die Belastung der Lehrenden durch sehr hohe Studentenzahlen in zahlreichen Studiengängen würde bei der derzeitigen Finanzierung des Lehrbetriebs noch mehr zu Lasten der Qualität kippen. Was gebraucht wird, sind sehr hoch qualifizierte Absolventen und nicht eine Vielzahl an mittelmässig ausgebildeten Studierten die sich gegenseitig in die Arbeitslosigkeit schieben.

Ralf Biermann

Das kann ich bestätigen. Als Handwerksmeister möchte ich noch hinzufügen, dass es sehr wichtig ist Absolventen zu haben, die schon wärend der Ausbildung einen klaren Praxisbezug bekommen haben. Dies ist für das Leben im rauhen Marktalltag von sehr großer Bedeutung. Leider scheint dies in der Ausbildung schwierig zu sein.
Bewerber mit guten Ergebnissen muß man ganz schön suchen…

Christof B.

Hallo Herr Biermann, über schlechte Bewerber klagen fast alle Ausbilder. Das Bild ist widersprüchlich. Übliche Bewerbertests hat man 2009 Studenten vorgelegt, die überwiegend nicht bestanden haben. Andererseits gibt es jedes Jahr Bundes- und Landessieger im Berufswettbewerb aus den staatlichen Ausbildungsprogrammen, die kein Ausbilder haben wollte. Ich denke es geht nur mit Betriebspraktika schon in der Schule, damit die jungen Leute merken wofür sie lernen. Wir brauchen eben wieder UTP, gibts übrigens in Görlitz wieder. Und nach einer guten Lehre lernt man mit der Meisterausbildung besser, wie ein Betrieb geführt wird als im Studium. Meistergeführte Betriebe haben eine niedrigere Insolvenzquote als akademikergeführte, inzwischen gibt es über 5% Meister in den Führungsetagen der DAX-Konzerne.

Räuchermann

Deutschland braucht mehr gut ausgebildete und motivierte Akademiker, die ihr Studium zielgerichtet absolvieren, dabei praxisrelevante Inhalte vermittelt bekommen und dennoch fachübergreifend komplex denken können. Dies erfordert neben der geeigneten Persönlichkeitsstruktur des Studenten eine Infrastruktur von Seiten der Hochschulen, die die Vermittelung von Lehre und Praxis auf hohem Niveau sicherstellt und diesbezüglich auch regelmäßig evaluiert wird.

Christof B.

Hallo, das haben Sie schön formuliert. Nur haben Sie irgendwo im Hörsaal oder Labor schon mal Praxis erlebt? An der Hochschule lernt man doch nur die Praxis der Forschung. Wenn man dort aber nicht berufstätig wird, muss man die Praxis anderswo erwerben. Hochgebildete sind da zum Glück mehrheitlich kreativ und schnell.

Räuchermann

Lieber Herr B.,
um Ihre Frage zu beantworten: Ja! Und idealerweise ergeben sich praktische Konsequenzen aus der Forschung. Zumindest in der Medizin ist dies in der Regel der Fall. Leider treffe ich im Hörsaal nur auf wenige Hochgebildete (vielleicht benötigen diese aufgrund ihrer Kreativität keine Lehrveranstaltung?), die Übrigen freuen sich bestimmt über praxisorientierten Unterricht. Und der wird von fähigen Dozenten durchaus geboten.
Sicherlich ist es sinnvoll, fächerspezifisch zu differenzieren. Es mag durchaus Bereich geben, in denen Ihre Beobachtungen zutreffen, pauschalisierend wäre es mir wiederum zu schnell…

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